Ordensgemeinschaften

Kapuzinerkloster Rapperswil

Im Herrn verschieden
Longinus Gertz, geboren am 6. Juni 1936 in Nottuln (D), trat 1963 in den Kapuzinerorden ein und legte am 16. Juli 1968 die ewigen Gelübde ab. Er kam als neuntes von zehn Kindern auf die Welt und auf den Namen Josef Franz Maria getauft. Aufgewachsen in einer katholischen Familie und in einer katholischen Umgebung, prägte ihn dies ein Leben lang. Nach seiner Gesellenprüfung als Sattler und Polsterer ging er auf berufliche Wanderschaft, kam so u. a. auch in die Schweiz, wo ihn die Begegnung mit einem Kapuziner selber zu den Kapuzinern führte. 1963 begann Josef, jetzt als Longinus, seinen Weg im Kapuzinerkloster Luzern. Nach den Einführungsjahren durfte er sich bei den Benediktinern in Einsiedeln zum versierten Buchbinder ausbilden lassen. Diese Tätigkeit wurde ihm zur Lebensaufgabe und -leidenschaft. Von mindestens 20 000 Büchern erzählt man, die durch seine Hände gingen. Er war aber nicht nur Buchbinder, sondern auch ein  tieffrommer Mensch, sehr katholisch, ein grosser Marienverehrer und auch Freund von Wallfahrten (Einsiedeln, Lourdes, Fátima, Medugorje). Sogenannt bescheidene Arbeiten waren ihm ebenso wichtig wie das regelmässige Abwaschen und Reinigungsarbeiten (dafür wurde er auch mehrmals an Generalkapitel der Kapuziner nach Rom gerufen – kein Kapitel ohne Longinus!). Im Rahmen der Umorganisation des Klosters in Luzern wurde die Buchbinderei aufgegeben (es war auch kein Nachfolger in Aussicht) und Longinus kam ins Kloster Schwyz, wo er noch einige Zeit in Küche, Haus und Sakristei tätig war. Das Alter und ein Oberschenkelhalsbruch führten aber dazu, dass er am 1. Januar (auch ein Marienfest) zum ersehnten ewigen Leben im Himmel aufbrechen durfte.

Br. Karl Flury OFMCap